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Im Ebro-Delta, seinem Mündungsgebiet ins Mittelmeer vor Kataloniens Küste verzweigt
er sich in ein 330 km² grosses Flachdelta, das vom Hauptlauf des Flusses in einen
nördlichen und einen südlichen Teil, bzw. zwei Anbaugebiete getrennt wird.
Viele Lagunen, kleine Kanäle und Sumpfland sowie die sog. Ullas (kl. Süsswasserseen)
beherrschen die ländliche Szenerie des Deltas. Unübersehbar erstrecken sich durch das
gesamte Delta die im Frühjahr überschwemmten, im Sommer saftig grünen und im Herbst
abgeernteten Reisanbauflächen, auf denen mit kleinen Ausnahmen fast die gesamte
katalanische Reisernte Spaniens erzeugt wird. Viele der Dörfer, so auch das mitten
im Ebro-Delta gelegene Deltebre, sind auch heute noch angenehm verschlafen.
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Das Delta ist entstanden aus den Ablagerungen, die der Ebro seit Jahrhunderten mit
sich gebracht hat. Aufzeichnungen aus dem 14. Jahrhundert dokumentieren die langsame
Veränderung der Flussmündung. Heute hat das Delta eine etwa dreieckige Form mit einer
ins Meer ragenden Spitze. Es misst 30 Kilometer an der breitesten Stelle, und
25 Kilometer sind es von der Nationalstraße 340 bis zur besagten Spitze. Von dort
wachsen wie überdimensionale Flossen zwei Nehrungshaken, gespeist durch die
Ablagerungen der immer gleichen Strömungen. Das Ebro-Delta hat eine Fläche von
330 Quadratkilometern und ist damit nach dem andalusischen Parque Coto Doñana das
zweitgrößte Feuchtgebiet Spaniens.
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Fast genau in der Mitte befindet sich der Hauptort Deltebre, durch den auch der Ebro
fließt. Eine weitere, viel kleinere Siedlung liegt jenseits des Ebro gegenüber von
Deltebre, sie heißt Sant Jaume d’Enveja. Neben einigen weiteren kleinen Siedlungen
gibt es noch die Urbanización Riumar mit einigen Dutzend Ferienwohnungen, ein paar
Lokalen, einer Promenade, Campingplätzen und einem tollen Strand. Hier ganz in der
Nähe ergießt sich der Ebro ins Meer. Kleine Boote unternehmen Ausflugs- oder
Angelfahrten ins Mündungsgebiet.
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Große Teile des Deltas stehen unter Naturschutz und dürfen nicht betreten werden,
das gilt vor allem für die Nehrungshaken und zumindest einen Teil der Strandzonen
sowie der Lagunen. Das Delta wurde zum Vogelschutzgebiet der höchsten Priorität
ernannt, denn speziell im Herbst, nach der Reisernte, kommen hierher Tausende von
Wasservögeln, um im sumpfigen Boden Nahrung zu suchen. Viele Zugvögel wählen außerdem
das Delta gleich als Winterquartier, Ornithologen haben insgesamt 300 Arten gezählt.
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Das Ebro-Delta hat eine Fläche von ca. 330 Quadratkilometer und ist entstanden aus Ablagerungen, die der Ebro seit
Jahrhunderten mit sich gebracht hat. Aufzeichnungen aus dem 14. Jahrhundert dokumentieren die langsame Veränderung der Flussmündung.
Das völlig flache Delta liegt nur knapp über dem Meeresspiegel im inneren Bereich einer Klimazone, die vollständig durch das Mittelmeer
geprägt wird. Die Reisfelder des Ebrodeltas bieten hervorragende Anbaueigenschaften und erreichen weltweit die höchsten Erträge, was
auch der geograflschen Lage dieses Delta und der mittleren Lufttemperatur von 19° C zu verdanken ist. Das nutzen die Reisbauern aus.
Zur Bewässerung der Pflanzen bauten sie grössere und feinere Kanäle, die jetzt eine Gesamtlänge von 452 Kilometer erreichen.
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Der Rhythmus von Anpflanzung und Ernte hat sich seit Jahrhunderten kaum geändert. Zu Beginn Februar legen die Bauern die Felder trocken,
und die Erde wird bearbeitet. Mitte April, dann werden die Felder geflutet. Die Aussaat wird maschinell jedoch seit 1997 mehrheitlich aus
der Luft mittels Agrar-Flugzeugen oder Helikoptern gestreut. In nur 12 Stunden sind 30.000 Kilo Samen aus der Luft über 300 Hektar geflutetes
Land verteilt. Im Sommer steht der Reis ca. 65 cm hoch und verwandelt die Felder in ein grünes Meer. Pro Jahr benötigt ein Hektar Anbaufläche
35.000 Kubikmeter Wasser, was bei der Wassersituation in Spanien doppelt zählt. |
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Ende September erfolgt die Ernte. Gewaltige 12 Meterhohe Erntemaschinen mit breiter Schneid- und Dreschmechanik fahren ungefähr in einer
Stunde ein hektargrosses Reisfeld ein. Anschliessend werden die erntefrischen Körner in Kombination Trocknung - Kühlung in Gross-Stahlsilos
eingelagert. Das Produkt kann nun sukzessive dem Mühlprozess zugeführt werden. |
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Das Reiskorn lebt auch nach dem Schnitt. Die Kornatmung ist sehr abhängig von der Produktfeuchtigkeit wie auch der Lagertemperatur. Das äusserst empfindliche Korn wird in hiesiger Gegend mit einer Erntefeuchtigkeit von 18 bis 21% besonders schonend in mehreren Stufen maschinell auf 15% Feuchte getrocknet damit eine stabile Lagerung über mehrere Wochen möglich ist. Vorausgesetzt, wenn zu wenig Trocknungskapazität vorhanden ist, z.B. während der Erntekampagne, muss das Lagergut umgehend durch eine Getreide-Kühlanlage auf 6°-8° Grad plus Dauerlagertemperatur gekühlt werden. Eine schnelle Kühlung unmittelbar im Anschluss an den Ernte-Schnitt gewährt eine langfristige Lagerung über Monate, bürgt für beste Erntequalität und verhindert die üblichen Schwierigkeiten, wie Selbsterwärmung, Alterungsschäden, Gewichtsverluste und ist überdies sehr vorteilhaft damit vorhandene Schädlinge sofort in ihrer weiteren Entwicklung gestoppt werden bzw. in eine Art Winterschlaf verfallen und daher inaktiv bleiben. |
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90.000 Tonnen Ebro-Reis werden von Gross-Mühlen in der Region gelagert, kontrolliert, sortiert, enthülst und poliert. So bekommt er Reis seinen weissen Glanz. Die Getreidemühlen verarbeiten 80 % Rundkorn, die restlichen 20 % werden als Langkorn ausgeliefert. Der Markt erhält ein Vitamin- und Mineralstoffreiches Nahrungsmittel. |
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30.000 Kilo Ebro-Reis werden mit schonender Behandlung zu Saatreis mit hoher Keimqualität aufgearbeitet. Auf grossen Betonplatten werden die Körner zur Trocknung ausgelegt. Teilmengen werden sogar noch mittels Pferdegespann während mehreren Stunden mit einem speziellen Kehrrechen sehr vorsichtig hin und her bewegt bis das sonnenerwärmte Saatgut 16 % Feuchtigkeitsgehalt erreicht hat. Die Pferdehufe sind mit speziellen Gummischuhen ausgerüstet damit das Reiskorn nicht verletzt wird. |
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Reis, ursprünglich aus China stammend, ist inzwischen 6000 Jahre alt. Durch die Mauren, Volk im nordwestlichen Afrika, gelangte das Reis im 8. Jahrhundert auf die iberische Halbinsel, die damals unter arabischer Herrschaft stand. Aus dem Arabischen "al-ruzz" leitet sich der heutige Name ab. Im Spanischen heist Reis "arroz" Um Malariaepedemien zu vermeiden wird im Ebro-Delta seit dem 19. Jahrhundert Reisanbau betrieben. |